Was es neben Radiostationen
sonst noch im Äther zu entdecken gibt.
Die Kurzwellenfreunde Rhein/Ruhr e.V. haben sich, wie der Vereinsname schon sagt, dem Rundfunkfernempfang verschrieben.
Das heißt aber nicht, dass seine Mitglieder nur Radiostationen hören.
Moderne „Allwellen-Empfänger“ decken meist einen Frequenzbereich von 100 kHz bis 30 MHz ab, mal mit Unterbrechungen, mal ohne.
Dieser Bereich wird nicht nur von Radiostationen genutzt, sondern auch von einer Vielzahl anderer Funkdienste.
Die Frequenzbereiche, in denen der Rundfunk sendet, finden Sie im Artikel „Rundfunkfernempfang – ein spannendes Hobby“.
Auf fast allen weiteren Frequenzbereichen finden wir Funkdienste unterschiedlichster Nutzung. Dieser reicht von Sprechfunk (Fonie) über Morse (heute eher selten) bis zu diversen digitalen Betriebsarten (z.B. PSK31 im Amateurfunkdienst oder ACARS im Flugfunk).
Einige Beispiele für die unterschiedlichen Funkdienste werden hier folgend dargestellt.
Zeitzeichenstationen
Diese Art von Stationen senden meist auf 5.000, 10.000, 15.000 und 20.000
kHz und senden Impulse im
Sekundentakt. Die Aussendungen dieser Stationen dienen meist der
Zeitbestimmung.
Küstenfunkstationen
Über diese Stationen werden meist Wetterberichte und Navigationswarnungen in
unterschiedlichen Betriebsarten für die Schifffahrt gesendet.
Flugfunk
Über die ganze Welt verteilt gibt es Bodenstationen, die in
unterschiedlichen Betriebsarten den Kontakt
zu Flugzeugen halten und Navigationsdaten austauschen.
Flugfunkbaken (NDB
– Non-directional Beacons)
Diese Bakenstationen senden ihr 1-3stelliges Rufzeichen in einer
Morseschleife aus.
Sie dienen der Flugnavigation.
Flugwetterfunk (VOLMET)
Diese Stationen senden zu festen Zeiten Flugwetterberichte von wichtigen
Flughäfen auf der ganzen Welt.
Amateurfunkdienst
Die Funkamateure haben ein eindeutiges Rufzeichen und senden in
Frequenzbereichen,
die Ihnen zugewiesen worden sind. Von Sprechfunk über Morse (CW) bis hin zu
digitalen Betriebsarten ist hier eine große Vielfalt vorhanden.
Militärische Funkdienste
Das Militär ist wohl die größte Nutzergruppe in den Kurzwellen (HF) –
Frequenzbereichen. Meist verschlüsselt, werden digitale Betriebsarten wie RTTY, STANAG und ALE
eingesetzt.
Darüber hinaus hört man noch viele kommerzielle Anwender wie Ölfirmen oder Fischereifunk.
Um Sprechfunk hören zu können, benötigt man an seinem Radio die Funktion SSB (Single Side Band / auf deutsch: Einseitenband). Dies kann das LSB (Lower Side Band / Unteres Seitenband) oder das USB (Upper Side Band / Oberes Seitenband) sein.
Für das Entschlüsseln digitaler Aussendungen benötigt man einen Decoder, meist ein Computerprogramm, welches das Entschlüsseln übernimmt.
Bevor der Artikel mit einigen nützlichen weiterführenden Literaturhinweisen und Links schließt, weise ich darauf hin, dass das vorsätzliche Hören von einigen Funkdiensten laut Telekommunikationsgesetz (TKG) § 89 nicht erlaubt ist und somit das Hören dieser Stationen auf eigene Gefahr geschieht !
Einige persönliche Bemerkungen sind allerdings erlaubt.
Im Gegensatz zum BOS-Funk (Feuerwehr / Polizei / Rettungsdienste) werden Sie auf der Kurzwelle kaum verwertbare Informationen erfahren. So sind z.B. die militärischen Funkdienste alle verschlüsselt. Die Identifikation findet allenfalls über eine hin und wieder ausgesendete CW-Schleife statt.
Alle oben genannten Funkdienste haben schon den einen oder anderen Empfangsbericht mit nett gestalteten Briefen und Zusatzinformationen beantwortet. Hier geht es auch eher um den Empfang an sich und nicht über das Hören und die Weitergabe irgendwelcher Informationen.
Für das Hören des Amateurfunkdienstes bedarf es auch keiner Zulassung.
In diesem Sinne: begeben Sie sich auf
die Reise durch den Äther !
Und besser noch: schließen Sie sich den Kurzwellenfreunden Rhein/Ruhr an ! Hier erfahren Sie mehr über
die Vielfalt des Radiospektrums und hier haben Sie auch die Möglichkeit, sich
mit
Gleichgesinnten über das vielfältige Hobby auszutauschen !
zuletzt bearbeitet: 08.12.2011